DRK Presseinformationen https://www.drk-salzwedel.de de DRK Sun, 02 Oct 2022 11:34:10 +0200 Sun, 02 Oct 2022 11:34:10 +0200 TYPO3 EXT:news news-193 Fri, 03 Jun 2022 10:50:11 +0200 "Noch ein letzter Traum..." /aktuell/presse-service/meldung/noch-ein-letzter-traum.html Projekt "Herzenswunsch-Mobil" des DRK erfüllt Patienten ihre Sehnsüchte
Noch einmal an die Ostsee oder mit den besten Freund ins Stadion. Das "Herzenswunsch-Mobil" macht es sterbenskranken Menschen möglich, ihre größten Wünsche wahr werden zu lassen.

Es ist ein Projekt das ans Herz geht: Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben, ihren letzten großen Wunsch zu erfüllen. Noch einmal das Meer rauschen hören, ein Tagestrip zur Familie oder mit dem besten Freund zum Fussball. Eine letzte schöne Erinnerung schaffen. Das "Herzenswunsch-Mobil" des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband (DRK-KV) Salzwedel, macht dies möglich. Vollkommen ehrenamtlich. Pressesprecher Christian Engwer hat die Idee vorgeschlagen. "Viele Städte, wie beispielsweise Magdeburg, haben das Angebot schon. Es wurde Zeit, dass wir es auch anbieten", sagt er. Patienten, die sich im unheilbaren Zustand ihrer Krankheit befinden, können sich für das Projekt auf der Homepage anmelden. Die Engagierten im DRK besprechen dann mit deren Hausarzt, inwiefern der jeweilige Wunsch gesundheitlich umsetzbar ist. "Wir wollen den Menschen etwas Gutes tun, doch muss es von Ihnen auch leistbar sein", erklärt Sven Knoche, Vorstandsvorsitzender des DRK-KV Salzwedel.

Reisen im ausrangierten Krankenwagen

Das fünfköpfige Team besteht hauptsächlich aus Rettungsdienstmitarbeitern, die zusätzlich in der Krisenintervention weitergebildet wurden. "Es ist auf den Reisen mit dem Mobil immer eine Fachkraft mit dabei", sagt Sven Knoche. So sei man auf jegliche Situation vorbereitet, auch auf den Ernstfall. Auf den Reisen mit dem "Herzenswunsch-Mobil", einem ausrangierten Krankentransportwagen, sind immer zwei von Ihnen mit dabei. Finanziert wird die Umsetzung der Wünsche ausschließlich durch Spenden. Diese können von Unternehmen, aber auch von Privatpersonen kommen. Das Projekt sie auch schon bei einigen Unternehmen vorgestellt worden. Noch ist der Spendentopf leer, doch dadurch sei das Projekt nicht in Gefahr. "Wir haben alles soweit vorbereitet und sind ab sofort startklar", sagt Sven Knoche. "Jetzt fehlen nur noch die Wünsche", ergänzt Christian Engwer.

Patienten tragen keinerlei Kosten

Es gibt sicher auch Wünsche, die nicht realisierbar sind, sagen die beiden. "Eine 14-tägige Reise nach Amerika können wir nicht verwirklichen. Wir sind kein Reiseunternehmen. Doch wir glauben, dass wir die meisten Wünsche umsetzen können", sagt Knoche. Ansonsten könne auch versucht werden, eine Alternative zu finden. Für die Patienten ist die Erfüllung des Wunsches kostenfrei. Eine Begleitperson kann ebenfalls mit dem "Herzenswunsch-Mobil" transportiert werden. Die Kosten müsse diese jedoch selbst übernehmen.

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news-192 Tue, 15 Mar 2022 08:43:39 +0100 Marschbefehl zur Unterstützung zum Flughafen Schönefeld /aktuell/presse-service/meldung/marschbefehl-zur-unterstuetzung-zum-flughafen-schoenefeld.html Marschbefehl zur Unterstützung zum Flughafen Schönefeld

Der Landesverband Sachsen-Anhalt vom Deutschen Roten Kreuz wurde kurzfristig zu einem Einsatz nach Berlin gerufen. Dabei geht es, die Aufnahmekapazität für ukrainische Vertriebene in einer Notunterkunft im Terminal 5 am Flughafen Schönefeld mit aufzubauen und im Betrieb zu unterstützen. Die Berliner Feuerwehr hat die Liegenschaft schon teilweise vorbereitet. Unter dem angeforderten Personal sind auch Ehrenamtliche vom DRK Kreisverband Salzwedel, aus der Sanitätsbereitschaft und der Wasserwacht im Einsatz. Gestartet wurde am Sonntag um 3 Uhr. Mit allen Kräften vom Landesverband ging es im Konvoi zum Flughafen nach Berlin. „Vor Ort ist die Stimmung gut und die Arbeiten gehen schnell voran“, erklärt Bereitschaftsleiter Michael Seeger vom DRK Salzwedel. „Wir bedanken uns bei den Ehrenamtlichen für den schnellen Einsatz, die unter anderem genau für sowas ausgebildet wurden. Aber auch bei den Arbeitgebern, die das Personal für diesen Einsatz freistellen“, erklärt Seeger weiter im Gespräch. Abgelöst werden die Einsatzkräfte von Kollegen aus Niedersachsen.

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news-183 Wed, 04 Aug 2021 16:57:00 +0200 Die ersten DRK-Helfer sind aus der Hochwasserregion zurück, die nächsten angefordert /aktuell/presse-service/meldung/die-ersten-drk-helfer-sind-aus-der-hochwasserregion-zurueck-die-naechsten-angefordert.html „So stelle ich mir ein Kriegsgebiet vor“

AZ 04.08.2021 von Holger Benecke

 

Sechs Tage lang waren Sanitäter vom DRK-Kreisverband Salzwedel fast rund um die Uhr im Einsatz. Torsten Mayer, Michael Boest und Marcel Gabriel (alle Salzwedel) sowie Florian Paul (Wasserwacht Klötze) waren mit zwei Krankentransportern im Krisengebiet unterwegs. Ihr Einsatzgebiet: Ahrweiler, Bad Neuenahr, Dernau und Marienthal. Regionen, in denen sich sonst die Touristen tummeln würden.

Salzwedel / Ahrweiler – „So stelle ich mir vor, sieht es in einem Kriegsgebiet aus. Die Altstadt von Ahrweiler – eine Katastrophe“, sagt Torsten Mayer. Der Sanitäter hat schon viel gesehen, hat bereits drei Hochwasser als aktiver Helfer mitgemacht – sein letztes war 2013 in Fischbeck, wo er als Retter mit Patienten an Bord vor den hereinbrechenden Wassermassen vom Fischbecker Loch fliehen musste. Doch diesmal war alles anders. „Wir kamen nach dem Wasser“, schildert er die entsetzlichen Bilder der Ortschaften mit vielen traumatisierten Einwohnern.

Mit ihren mobilen Sanitätspunkten waren sie im Dauereinsatz, versorgten tagsüber verletzte Helfer und Einheimische. Neben der Erstversorgung kleinerer Verletzungen standen vor allem Kreislaufschwächen und Erschöpfungen auf dem Hilfsprogramm. Nachts fuhren sie dann zusammen mit Ärzten Medikamente aus. „Ein Zwölf-Stunden-Tag ist ein Pausenfüller dagegen“, berichtet Michael Boest, Fachdienstleiter Sanität, von den Erfahrungen der Einsätze der Altmärker. Hinzu kamen immer wieder Unterbrechungen, weil sich ihre Krankenwagen auf den Straßen Nägel in die Reifen fuhren. „Ich dachte schon, wir haben magnetische Reifen“, schüttelt Torsten Mayer den Kopf. Hilfe für die Helfer gab es dann in der THW-Werkstatt. „Das klappte alles wunderbar – egal, welches Abzeichen du auf der Tür hattest“, schildert Torsten Mayer die Zusammenarbeit der Helferorganisationen.

Nach sechs Tagen sind sie zurück. Die Helfer müssen regelmäßig abgelöst werden. Neue Anforderungen liegen bei Michael Seeger im DRK-Kreisverband Salzwedel bereits vor. „Fünf Termine und alles, was wir stellen können“, fasst Seeger kurz und knapp zusammen. Die Hilfe im Süden sei noch lange nicht vorbei, schätzt er ein. Und dankt den Arbeitgebern des ersten Teams, die die Ehrenamtlichen für sechs Tage freigestellt haben: Torsten Mayer (Tool GmbH, Nettgau), Michael Boest (VW) und Marcel Gabriel (Elektro-Klupsch, Salzwedel) und Florian Paul (Behne-Blumen, Klötze).

Denn das sei eines der größten Mankos bei den Ehrenamtlichen: Sie wollen helfen und könnten nicht, weil die Firma sie nicht weglasse, macht Michael Seeger deutlich. Deshalb werden auch immer freiwillige Helfer gebraucht. Diese können sich beim DRK-Kreisverband Salzwedel melden: Tel. (03 901) 86 120.

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news-181 Tue, 15 Jun 2021 20:31:00 +0200 Hilfeschreie dieses Mal nur simuliert /aktuell/presse-service/meldung/hilfeschreie-dieses-mal-nur-simuliert.html Wasserwacht übt auf dem Arendsee / Szenarien: Verunglückter Taucher, gekenterter Segler

AZ 15.06.2021 von Eckert Schwarz

Arendsee – Simulierte Hilferufe erschallten am Sonnabendvormittag über den Arendsee, unweit der Anlegestelle des Arendseer Regatta- Vereins am Schramper Eck. Schnell waren die Mitglieder der Salzwedeler Wasserwacht, Fachdienst Wasserrettung, des Deutschen Roten Kreuzes, mit Schlauchboot und Blaulicht aus Übungszwecken zur Stelle, um einem bewusstlosen Taucher sowie einem verunglückten Katamaran- Segler zu helfen.
„Wir haben durch die Corona- Pandemie lange Zeit nicht gemeinsam üben können“, berichtete Ulf Sachse, Fachdienstleiter Wasserrettung. Nun soll das Zusammenspiel wieder auf das bestmögliche Niveau gebracht werden.
Vor der praktischen Übung unterwies Sachse mit Rettungssanitäter Michael Seeger auf dem Gelände des Regattavereins alle Mitglieder. Danach wurden sie zum Tauchunfall auf dem See gerufen. Dort mussten sie Fred Riemann vom Arendseer Tauch- Club, der scheinbar kraftlos auf der Seeoberfläsche schwamm, retten und dem Notarzt übergeben.
Wie Ulf Sachse betonte, seien solche Hilfeleistungen nicht einfach. Notfalls müsse nämlich eine Station mit Druckkammer bereitstehen. Ein Taucher ist außerdem mit zehn bis zwanzig Kilogramm Blei beschwert, und auch seine Luftflasche wiegt zirka 15 Kilogramm. Dieses Gewicht muss dem Verunglückten vor Aufnahme auf dem Rettungsbrett abgenommen werden.
Als zweite Übung wurde am Sonnabend das Retten eines verunglückten Seglers geübt. Dabei zeigt sich, dass auch das Wiederaufrichten eines Katamarans durchaus Schwierigkeiten bereiten kann. Auch hierbei wurde der Verunglückte mit einem Rettungsbrett auf das Boot der Wasserwacht gezogen, erstversorgt und dann am Steg des Regattavereins einem Notarzt übergeben. Später folgte eine genaue Auswerdung der Übung.
Für die Mitglieder der Wasserrettung aus Salzwedel war die Übung ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung, die sie nun wieder im Salzwedeler Freibad und in der Halle fortsetzen wollen.          Swz

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news-180 Tue, 15 Jun 2021 08:20:00 +0200 Bereitschaft für Blutspenden gesunken / Neue Transporter beim Rotkreuz-Fahrdienst in Salzwedel /aktuell/presse-service/meldung/bereitschaft-fuer-blutspenden-gesunken-neue-transporter-beim-rotkreuz-fahrdienst-in-salzwedel.html Die Blutspendebereitschaft habe bereits um 15 Prozent abgenommen. Bei manchen Blutgruppen komme es bereits zu Versorgungsschwierigkeiten.

AZ 15.06.2021 von Lydia Zahn

Salzwedel – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Salzwedel hat zwei neue Fahrzeuge für den hauseigenen Fahrdienst bekommen. Mit dem neusten Stand der Technik solle den Patienten in jeder Lebenslage ein sicherer und komfortabler Transport ermöglicht werden. Außerdem wird mit einer besonderen Aktion auf die Notwendigkeit des Blutspendens aufmerksam gemacht, da die Bereitschaft dafür weiter sinken.

Zum gestrigen weltweiten Blutspendetag gibt es in diesem Jahr wieder eine Aktion der Blutspendedienste des DRK, womit auf die Wichtigkeit der Lebenssaftspende aufmerksam gemacht werden soll. Unter dem Titel „#missingtype – erst wenn’s fehlt, fällt’s auf“ lassen in dieser Woche Organisationen, Unternehmen und Personen des öffentlichen Lebens in ihren Social-Media-Beiträgen die Buchstaben A, B und O weg. Diese sollen die Blutgruppen A, B und Null symbolisieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte es zum Weltblutspendetag eine solche Aufmerksamkeitskampagne gegeben.

Blutspenden nehmen weiter ab

„Die Lockdown-Phasen waren von einer herausragenden Spendebereitschaft geprägt. So konnten wir auch den erhöhten Klinikbedarf an Blutpräparaten jederzeit sicherstellen“, berichtet Markus Baulke, Hauptabteilungsleiter der Blutspenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit der DRK-Blutspendedienste. Doch durch die gelockerten Beschränkungen nehme die Bereitschaft wieder ab – bisher um 15 Prozent. „Die Präparatbestände haben sich in den vergangenen Tagen deutlich reduziert. Wir schauen mit ein wenig Sorge in die kommenden Wochen. Bei einigen Blutgruppen bestehen schon Versorgungsschwierigkeiten“, verdeutlicht Baulke. Von Mai bis Mitte Juni seien in der Altmark 1500 Spender zum „Anzapfen“ gegangen. Im Vorjahr waren es 1600.

Zum Weltblutspendetag gab es keine Spendetermine in Salzwedel. Die nächste Möglichkeit bietet sich am Montag, 5. Juli, in der Jeetzeschule. Von 16 bis 20 Uhr steht dort das Team bereit. Und am Dienstag, 13. Juli, ebenfalls von 16 bis 20 Uhr, in der Comenius-Schule.

Das Deutsche Rote Kreuz hat auf der technischen Seite aufgerüstet, um Menschen, die nicht mehr so mobil sind, zu helfen. Denn auch diese wollen zum Frisör, zur Kosmetik, zur Fußpflege oder zu einem Freund für ein nettes Pläuschchen. Ohne den hauseigenen Fahrdienst geht es nicht mehr. Auch Supermärkte, Reha- oder Kurzentren sowie Ärzte und Krankenhäuser gehören zu den oft angesteuerten Zielen.

Einfach ist es für die Rotkreuzler nicht. Vielleicht kann der Patient nicht aufstehen, sitzt im Rollstuhl oder wohnt im oberen Stockwerk. Familie und Freude können nicht immer helfen oder kommen an ihre Grenzen. Fahrten können für beide Seiten zu einer Herausforderung werden. Doreen Plewe, Fahrdienstleiterin des DRK in Salzwedel, ist stolz auf ihre Arbeit: „Wir ermöglichen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.“

Seit 2001 auf den Straßen unterwegs

Für das Fahrdienstteam gab es nun jüngst zwei neue Spezialmobile. „Die alten Fahrzeuge waren in die Jahre gekommen. Sie waren schließlich jeden Tag im Einsatz“, erklärt Christian Engwer, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des hansestädtischen Deutschen Roten Kreuzes. Trageliege und Tragestuhl gehören zur Ausrüstung der Autos; die Leute vom DRK müssen damit umgehen können. Denn die Fahrgäste sollen bequem sitzen oder liegen.

Seit 2001 sorgt der Fahrdienst des DRK nun schon dafür, dass Patienten von A nach B kommen. Angefangen mit Zivildienstleistenden, kamen 2008 die ersten Festangestellten dazu.

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news-176 Wed, 03 Mar 2021 09:58:00 +0100 Plötzlich ist alles anders - Spende für Team der Notfallseelsorge /aktuell/presse-service/meldung/https//wwwaz-onlinede/altmark/gardelegen/notfallseelsorger-betreuen-hinterbliebene-im-altmarkkreis-90225294html.html Die Notfallseelsorger im Altmarkkreis Salzwedel sind 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag einsatzbereit. Es gibt 14 ehrenamtliche Notfallseelsorger.


Ina Tschakyrow, AZ
Gardelegen – „Wir kommen in einer Situation, in der nichts mehr ist, wie es vorher war“, erzählt Olaf Sturm, „es geht immer um Sterben, um den Tod und Trauer“, sagt er. Olaf Sturm ist seit zehn Jahren Notfallseelsorger, einige Jahre davon in Nürnberg und nun im Altmarkkreis Salzwedel. Es gibt im Altmarkkreis 14 ehrenamtliche Notfallseelsorger, die 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag einsatzbereit sind. Das wird über einen Dienstplan geregelt, denn die Ehrenamtlichen sind in ihrer Freizeit Notfallseelsorger. Unter ihnen sind Außendienstmitarbeiter, Rettungssanitäter, Rentner, Pfarrer und sozial Engagierte, zählt Olaf Sturm auf. Sie sind zwischen 30 und 67 Jahre alt. Olaf Sturm hat als Notfallseelsorger angefangen, „weil kein Mensch es verdient hat, in solch einer Situation allein zu sein“. Die Notfallseelsorger sind für Angehörige nach einem Todesfall da.

Die Ehrenamtlichen werden über die Leitstelle informiert, von Notfallsanitätern, von der Polizei, von der Feuerwehr und auch von Mitarbeitern des Rettungsdienstes zu Einsätzen gerufen. Für die Angehörigen ist „von einer auf die nächste Sekunde nichts mehr so, wie es war“, erzählt Olaf Sturm. Als Notfallseelsorger wird er bei plötzlichen Kindstoden, bei Verkehrsunfällen, bei erfolglosen Reanimationen im häuslichen Bereich und bei Gewalteinwirkungen gerufen. Im vergangenen Jahr halfen die Notfallseelsorger auch bei der Evakuierung in Salzwedel, als eine Bombe entschärft wurde. Bei Todesfällen überbringt die Polizei die Todesnachricht, der Notfallseelsorger ist mehrere Stunden vor Ort, um für die Hinterbliebenen da zu sein. Die Familienangehörigen der Hinterbliebenen werden informiert, damit nach der Notfallseelsorge auch jemand da ist. „Wir bleiben so lange, bis jemand aus der Familie vor Ort ist“, erzählt Olaf Sturm. Die Notfallseelsorger vermitteln auch an andere Stellen weiter, zum Beispiel an Vereine, die sich mit Trauerarbeit befassen. Manchmal sind auch kleine Kinder unter den Hinterbliebenen. Für sie gibt es kleine Teddys oder Malbücher. Wenn ein Kind malt, lasse sich dessen psychischer Zustand einschätzen, so Olaf Sturm. Monatlich finden Treffen der Notfallseelsorger statt, sogenannte Supervisionen. Dabei werden unter den Ehrenamtlichen intern die Einsätze besprochen, um einen Abschluss für sie zu bekommen.

Hinterbliebene sind dankbar

Die Notfallseelsorge ist ein freiwilliges Angebot. Die Hinterbliebenen sind „sehr dankbar dafür, dass es uns gibt“, sagt Olaf Sturm, aber nur wenn auch die Struktur funktioniere. „Wir suchen noch Nachwuchs“. Es sei aber nicht leicht, Menschen zu finden, die sich zum Notfallseelsorger ausbilden lassen wollen. Das liege an der Aufgabe an sich, da es um Tod und Trauer gehe. Zudem müssen die Ehrenamtlichen Empathie für ihre Mitmenschen haben, um sich in sie und die Situation hineinversetzen zu können. Wer Interesse hat, sich als Notfallseelsorger ausbilden zu lassen – die Ausbildung dauert 60 Stunden, findet in Halle und meistens an den Wochenenden statt –, kann sich beim Deutschen Roten Kreuz in Salzwedel unter der Telefonnummer (0 39 01) 86 10 melden, so Olaf Sturm. Träger für die Notfallseelsorge im Altmarkkreis Salzwedel sind das Deutsche Rote Kreuz, der Altmarkkreis Salzwedel und der Kirchenkreis Salzwedel.

2019 gab es 32 Einsätze für die Notfallseelsorger, im vergangenen Jahr etwa 40. Insgesamt gebe es eine Steigerung, weil die Notfallseelsorge präsenter wird. Wie zum Beispiel bei den jüngeren Polizisten, die sich bereits in ihrer Ausbildung mit dem Thema Notfallseelsorge beschäftigen, erklärt Olaf Sturm.

Spende für Einsatzjacken

Gestern erhielt die Notfallseelsorge von Maik Ruchotzki, seit 2010 Leiter der Reutter-Apotheke in Gardelegen, eine Spende in Höhe von 1000 Euro. Von dem Geld sollen unter anderem Jacken für die Einsätze der Notfallseelsorger finanziert werden. Die Arbeit der Ehrenamtlichen sei wichtig, deswegen muss entsprechendes Kapital zur Verfügung stehen, sagte Maik Ruchotzki. Es gebe selten öffentliche Anerkennung für die Arbeit der Notfallseelsorger. „Sie haben viel Mut“, so der Apothekenleiter weiter, der schon mehrfach für die Notfallseelsorge gespendet hat. Wer die Ehrenamtlichen unterstützen möchte, erhält Informationen über die Internetseite des Deutschen Roten Kreuzes.

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